Fakten und Zeitangaben zur
menschlichen Entwicklung
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Tag 51 (2. Monat, 8. Woche, Stadium 20), Scheitel-Steiß Länge: ca. 20,5 mm
Der Kopf des Embryos ist gebeugt, Arme und Beine zeigen nach vorne und sind angewinkelt. Die Hände sind über der Brust (Thorax) gebogen. Die Fußsohlen sind einander zugekehrt. Der Sulcus alveololabialis trennt jetzt Lippen und das Zahnfleisch (Gingiva) voneinander, die leistenartige Ektodermverdickung (Lamina labiogingivalis) im darunterliegende Mesenchym ist wieder zugrunde gegangen (degeneriert). In der Mitte der labiogingivalen Platte ist das Lippenbändchen (Frenulum labii) erkennbar, eine Schleimhautfalte zwischen Lippen und Gingiva.
Während die Urniere (Mesonephros) schon mehr als zur Hälfte wieder zurückgebildet wurde, hat die bleibende Nachniere (Metanephros) deutlich an Größe zugenommen. Die Enden der Nierensammelrohre beginnen mit den nun lumenhaltigen und deutlich länger gewordenen Zellschläuchen aus dem metanephrogenen Gewebe zu verschmelzen. Dabei hat sich der am Ende gelegene (distale) Abschnitt eines Nierenkanälchens (Nephrons), der Tubulus contortus distalis, mit der Spitze des Sammelrohrepithels vereinigt. Währenddessen bilden sich im mittleren Abschnitt des Nephrons die Zellen der Henle Schleife. Im Weiteren werden sich durch fortschreitendes Längenwachstum der Zellschläuche die gewundenen Teile (Pars contorta) des am Anfang liegenden (proximalen) Tubulus und die Pars contorta des am Ende des Nephrons liegenden (distalen) Tubulus bilden. [Die Entstehung der nicht seltenen angeborenen (kongenitalen) Zystennieren ist auf drei Weisen möglich: 1. wenn die aus dem metanephrogenen Gewebe entstandenen Nephrone nur in geringer Anzahl mit den Sammelrohren verschmelzen, können sie sich zystisch erweitern. 2 Zysten entstehen aus den Resten der ersten Generation von Harnkanälchen (Sammelrohren), die normalerweise rückgebildet werden (atrophieren). 3. Die Sammelrohre teilen sich nicht normal und erweitern sich zystisch.]
Die Analmembran ist jetzt eingerissen und die Kloakenmembran geht zugrunde (degeneriert). Dadurch sind die Harnleiter-Geschlechtsöffnung (Ostium urogenitale) und dahinter, durch den Damm (Perineum) getrennt, der After (Anus) entstanden. Das Ostium urogenitale wird durch die Annäherung der Geschlechtsfalten enger. Hoden (Testes) und Eierstöcke (Ovaria) sind erkennbar.


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* Stadieneinteilung nach Carnegie