Fakten und Zeitangaben zur
menschlichen Entwicklung
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Tag 58 (2. Monat, 9. Woche, Fetalperiode)
Alle wesentlichen äußeren und inneren Organe sind jetzt angelegt. Auf der Zunge treten erste Pilzpapillen (Papillae fungiformes) auf, deren Entwicklung durch die vorgewachsenen, sie versorgenden sensorischen Nerven, die Chorda tympani, induziert wird. Kurz später bilden sich hier auch erste Geschmacksknospen.
Während der obere (craniale) Teil der Allantois enger wird, hat sich der unten daran anschließende Sinus urogenitalis erweitert, so, daß die Harnblase (Vesica urinaria) nun deutlich erkennbar wird. In diese mündet der Urnierengang (Wolffscher Gang) und normalerweise etwas cranial davon der von der definitiven Niere (Metanephros) stammende Harnleiter (Ureter). Das Epithel der Harnblase stammt aus dem Entoderm des cranialen Teils des Sinus urogenitalis. Die Lamina propria (Bindegewebsschicht unter dem Epithel) stammt, wie auch die Muskulatur, aus dem angrenzenden, zu den Eingeweiden gehörigen (visceralen) Blatt des Mesoderms. Durch das im Folgenden fortschreitende Wachstum wird der untere Teil des Wolffschen Ganges mit in die Hinterwand der Harnblase einbezogen, wo er im Bereich des Blasendreiecks (Trigonum vesicae) an der Schleimhautbildung beteiligt ist, jedoch drängt später das entodermale Epithel des Sinus urogenitalis das Epithel des Wolffschen Ganges zurück. Die Urnierengänge werden später zu den Ausspritzgängen für die  Samenflüssigkeit (Ductus ejaculatorii) bei männlichen Feten, bei weiblichen degenerieren sie. Der Müller-Gang ist bei männlichen Feten schon weitgehend degeneriert, nur der kleine vorderste Teil davon bleibt noch als Hodenanhängsel (Appendix testis) im Winkel zwischen Nebenhodenanlage (Epididymis) und Hoden (Testis) erhalten.


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* Stadieneinteilung nach Carnegie